Textfeld: Durch den ungehinderten Zugang zur kompletten Großherzoglichen Sammlung gelang Horn eine
entscheidende Weiterentwicklung der katalogmäßigen Darstellung des Bestandes der Münzen und
Medaillen von Mecklenburg-Strelitz. Der verdienstvolle Archivar und Numismatiker Karl Friedrich
Evers hatte zwar in seiner Mecklenburgischen Münzverfassung     Ende des 18. Jahrhunderts ein
umfassendes Standardwerk geschaffen, nach dem lange Zeit die Münzen zitiert wurden, das
Münzwesen von Mecklenburg-Strelitz war allerdings in seinem 2-bändigen Werk eher
unterrepräsentiert. Auf gerade einmal 34 von 994 Seiten (darunter 10 Seiten zu den Medaillen)
stellt der Autor die Münzen und Medaillen des kleineren Teilstaates dar. Es mag daran gelegen
haben, dass er vom Schweriner Landesherr besoldet wurde und deswegen zum Strelitzer Landesteil
weniger gründlich recherchierte.

In der Zeit von 1890 – 1910 wurden dann immer wieder Münzsammlungen mit einem hohen Anteil
Mecklenburg-Strelitzer Münzen verkauft und versteigert, wobei es sich mehr und mehr erwies, dass
die „Mecklenburgische Münzverfassung“ von Evers nicht mehr ausreichend war. Ulrich Horn knüpft
trotzdem bei Evers an, nimmt aber darüber hinaus immer wieder Bezug auf die Versteigerungs-
kataloge, insbesondere der Sammlungen Pelzer und Pogge               , und glich diese Quellen mit
dem vorgefundenen Bestand in Neustrelitz ab. Für ihn war dies sicherlich der Ansatzpunkt, einen
neuen Katalog zum Münzwesen des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz zu planen, zu dem es dann
auf Grund seines frühen Todes nicht mehr gekommen ist.
Später stellte sich heraus, dass wesentliche, bereits von Evers vermisste Münzakten in Schwerin
anders abgelegt wurden. Der heute führende Mecklenburg-Numismatiker Michael Kunzel
bezeichnete es als Glücksfall, dass sich die Aktenbündel zur Mecklenburg-Strelitzer Münzgeschichte
seltsamerweise im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv unter der Rubrik „Kammer- und
Forstkollegium“ anfanden. So blieb es ihm vorbehalten, 200 Jahre nach Evers eine geschlossene
Darstellung der Mecklenburg-Strelitzer Numismatik zu präsentieren.
Michael Kunzel, dem wir die Aufzeichnungen von Ulrich Horn zur Kenntnis gaben, hat zwar alle
Münz- und Medaillentypen beschrieben, ist aber auf die von Horn beschriebene Variantenvielfalt
nicht im Detail eingegangen. So sind z.B. von den 1/48 Talern Adolf Friedrich II. in Mirow (Kunzel
549) 10 Stempelvarianten durch Horn überliefert worden. Sein Sohn Adolf Friedrich III. brachte
es in der Prägestätte Stargard bei diesem Nominal allein für den Jahrgang 1747 (Kunzel 568) auf
14 Varianten.

Nachdem nun das Manuskript 1982 mit 66 Heften in einem größeren Karton im Bestand der Stadt-
und Bezirksbibliothek Neubrandenburg aufgefunden wurde, gingen die Mitglieder der Fachgruppe
Numismatik Neubrandenburg (heute Neubrandenburger Münzverein e.V.) als erstes daran, mit
Unterstützung der Bibliotheksmitarbeiter und des Kulturbundes Kopien anzufertigen. Ein
schwieriges Unterfangen in der DDR, da die materiell-technischen Ressourcen bekanntermaßen
knapp waren. Über Kontakte innerhalb des Kulturbundes in Neubrandenburg gelang es uns, an
einen modernen Kopierer des VEB Nagema zu gelangen, der auf Grund der Exporte dieser Firma
im Ausland beschafft werden konnte.

Die Handschriften wurden also – allen Widernissen trotzend - in einfacher Ausfertigung komplett
kopiert und konnten so ausgewertet werden. Die älteren Mitglieder, die noch die Sütterlin-
Schreibschrift beherrschten, gingen daran, die Hornschen Texte zu „übersetzen“. Eine Arbeits-
gruppe wertete das Material aus und erstellte anhand eines 17-Punkte-Grundgerüstes für jede
Münze einen 1– bis 2-seitigen Münzpass in Schreibmaschinenschrift mit Fotos der Vorder- und
Rückseite der jeweiligen Münze. Bis 1989 gelang dies für ca. 90 % der Münzen. Zu den Ergebnissen
dieser Arbeit konnten Beiträge in 2 Publikationen veröffentlicht werden               . Für die restlichen
10 % der Münzen (19. Jahrhundert) sowie die dargestellten Medaillen der Herzogsfamilie und die
zusammenhängenden münzgeschichtlichen Texte steht die Übertragung in eine zeitgemäße Fassung
noch aus.

Vor 2 Jahren wurde bei Künker das folgende schöne und sehr seltene Stück versteigert:

























	Bild/Quelle: Mecklenburg-Strelitz: XVI Gute Groschen 1747; Schätzpreis: 3.000,00 EUR, Zuschlag:
	10.000,00 EUR Herbstauktion 2018 der Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Osnabrück,
	https://www.kuenker.de/de; Eigentümer des Bildes: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg
Textfeld: Startseite
Textfeld: Kontakt
Textfeld: Impressum & rechtliche Hinweise
Textfeld: AGB
Textfeld: Über uns
Textfeld: Presse & Events
Textfeld: Shop
Textfeld: Links
Textfeld: Sitemap
Textfeld: »Geschichte
Textfeld: »Regionales
Textfeld: »Mecklbg. Münzen u.a.
Textfeld: «
Textfeld: ▲
Textfeld: «
Textfeld: Numismatik & Geldgeschichte
Textfeld: »
Textfeld: »
Textfeld: 4.)
Textfeld: 5.) und 6.)
Textfeld: 7.) und 8.)