Textfeld: „Das numismatische Manuskript aus dem Nachlass von Ulrich Horn (1866-1912) – Bilanz und
Ausblick“

Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Mecklenburg-Strelitzer Münzgeschichte wurden 
wir 1982 in der Mecklenburg-Abteilung der Bezirksbibliothek in Neubrandenburg fündig, in einem
Bestand, der aus der ehemaligen Mecklenburg-Strelitzer Landesbibliothek stammte und dort seit
vielen Jahren lagerte. In den 1950-er Jahren wurde die Landesbibliothek in Neustrelitz aufgelöst 
und der Restbestand, soweit er 1945 nicht vernichtet wurde, auf größere Bibliotheken anderer
Städte aufgeteilt. So sind diese Unterlagen nach Neubrandenburg gekommen. Es handelt sich um
über 1000 Seiten handschriftlicher Aufzeichnungen über die Geschichte Mecklenburg-Strelitzer 
Münz- und Medaillenprägungen, Orden, Geldscheine und Notgeldausgaben von 1701 bis 1912. Aus
beiliegenden Briefen geht hervor, dass die gesamten Informationen von Ulrich Horn     , 
Amtsrichter, zuletzt wohnhaft in Neustrelitz, Elisabethstr. 32, zusammengetragen worden sind.






























			Amtsrichter Ulrich Horn und Weinstubenbesitzer Emil Raban 1910

			Bildquelle: Mit freundlicher Unterstützung: Karbe-Wagner-Archiv, 
			Neustrelitz, Reg.Nr. PAB 126


Wir konnten folgendes über ihn in Erfahrung bringen: Ulrich Horn, geboren am 23.06.1866 in
Woldegk, wuchs in einer angesehenen mecklenburgischen Familie auf     . Nach frühem
Privatunterricht bis 1875 in seiner Heimatstadt erfolgte der Schulbesuch in Schönberg
und Neustrelitz bis 1887. Das Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Leipzig und Rostock
schloss sich an. Erste juristische Prüfung am 14.10.1893; danach Referendariat in Neustrelitz
und Rostock, zweite juristische Prüfung in Rostock am 12.06.1897. Danach war er 
Gerichtsassessor und Hilfsrichter, ab 01.07.1898 Amtsrichter am Amtsgericht Neustrelitz, ab
22.07.1909 im Range eines Amtsgerichtsrates. 
Schon früh legte er einen großen Sammeleifer an den Tag, wandte sich besonders der Münz- und
Wappenkunde zu und trug auf diesem Gebiet eine umfangreiche Sammlung zusammen. Leider 
ist U. Horn am 14.03.1912 mit nur 45 Jahren während eines Kuraufenthaltes in Braunlage - im
Grunde genommen als junger Mann - viel zu früh verstorben.

Über den mit ihm befreundeten Gustav von Buchwald (1850-1920), der von 1893 bis 1913 als
Großherzoglicher Archivar, Bibliothekar und Vorsteher der Großherzoglichen Sammlung am Hof
von Mecklenburg-Strelitz wirkte, fand Horn Zugang zur dortigen Münzsammlung. Darüber
berichtet uns der bekannte Heimatforscher Walter Karbe (1877-1956), in dessen Anfangszeit als
unbezahlter Volontär in der Großherzoglichen Bibliothek Mecklenburg-Strelitz 1908 bis 1910
auch das späte Wirken von Horn fiel    . Horn war als Beamter bereits gut versorgt, alleinstehend,
ohne Verpflichtungen und suchte förmlich nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung, die sich
mit seinen numismatischen Interessen deckte. Er nahm also fast täglich in seiner Freizeit den
vollständigen Bestand an Mecklenburg-Strelitzer Münzen auf, maß, wog, studierte Quellen,
beschrieb jede Münze minutiös in allen Details und versah den Text liebevoll mit Zeichnungen.

Obwohl unter von Buchwald die Münzsammlung anfangs eher vernachlässigt wurde, fand Ulrich
Horn gute Bedingungen vor. Dies um so mehr als jener beim Großherzog Adolf Friedrich V. ein
numismatisches Interesse in Erfahrung brachte bzw. vermutete. Von Buchwald fing an, Pläne für
eine öffentliche Präsentation der Sammlung zu schmieden, konnte Geld von der Regierung
„locker“ machen und organisierte schließlich mit mehr oder weniger Geschick eine öffentliche
Dauerausstellung, die der Großherzog dann persönlich eröffnete und die sich auch nach dem Ende
der Monarchie bis 1945 als echter Besuchermagnet erwies.

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