Textfeld: Die Lebensmittelpreisentwicklung des Jahres 1923 im Spiegel deutscher Inflationsmedaillen


Letztendlich wurde und wird der Wert des Geldes seit Jahrtausenden stets an seiner Kaufkraft, 
d.h. immer auch direkt oder indirekt am Preis der besonderen Ware Gold gemessen. Eine der 
wichtigsten währungspolitischen Zäsuren im Deutschen Reich war das "Gesetz, betreffend die 
Ausprägung von Reichsgoldmünzen" vom 04.12.1871. Mit ihm vollzog sich der Übergang zum 
Goldstandard. Der Goldpreis betrug demnach einheitlich 86,78 Mark pro Unze (31,1 g) Feingold. 
Trotzdem gab es keine 100-%-ige Golddeckung.

Weil man damals erkannte, dass die 1:1-goldgedeckte Währung auch zur monetären Bremse der 
wirtschaftlichen Entwicklung werden konnte, wurde die Geldmenge vor allem über das 
Buchgeldvolumen erhöht. Tatsächlich zogen die Preise von 1871 bis 1914 sukzessive an. Diese 
Entwicklung war vernünftig, weil sie sich im Gleichlauf mit dem wirtschaftlichen Fortschritt vollzog.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg war die Situation vollkommen anders: Die goldenen 10- und 
20-Mark-Stücke wurden der Geldzirkulation entzogen. Sie befanden sich im Ausland oder wurden 
von cleveren Goldliebhabern gehortet.
Die Unmöglichkeit, die Kriegsschulden und Reparationsleistungen des Deutschen Reiches zu 
bedienen, führte 1923 zur explosionsartigen Aufblähung der Geldmenge und so zur Hyperinflation. 
Die inflationsfördernde Wirtschafts- und Finanzpolitikpolitik wurde so zum legitimen Mittel der 
Schuldentilgung.
Das Gold als Maß aller Dinge kostete im November 1923 kurz vor der Währungsreform und der 
Einführung der Rentenmark 87.000.000.000.000,00 (87 Billionen) Mark pro Unze Feingold.
Das Ende ist bekannt: Es blieben Unmengen wertlosen Papiergeldes, ein weitestgehend entschul-
deter Staat, einige wenige durch die Inflation begünstigte Sachwerteigentümer und eine Vielzahl 
enteigneter Sparer.

Für das einfache Volk brannte sich das schlimme Anwachsen der Lebensmittelpreise und das 
ständige Hinterherhinken der Löhne in das kollektive Gedächtnis ein. In Anlehnung an Hunger-
medaillen des 18. und 19. Jahrhunderts fand diese Thematik ihren Niederschlag im Schaffen der 
Medailleure Karl Goetz, Friedrich Wilhelm (Fritz) Hörnlein, Emil Mitlehner  u.a. Ihre Werke fanden 
damals eine große Verbreitung und sind auch heute noch in vielen Sammlungen anzutreffen. Die 
nachstehenden Abbildungen von Medaillen aus der Sammlung des Autors dokumentieren recht gut 
die gesellschaftliche Brisanz, den Umfang und den zeitlichen Verlauf der Hyperinflation 1923 in 
Deutschland.



Dr. Peter Worseck, 15.04.2011





Medaille o.J. (1923) Kupfer 22,6 g / 38 mm Medailleur: Fritz Hörnlein 1873-1945, Dresden
VS:	Hunger leidendes altes Ehepaar über kl. Totenkopf, signiert: HÖRNLEIN
RS: 	1923 IM FEBR. KOSTETE 1 PF. MEHL 1000 MK, 1 PF. FLEISCH 4000 MK, 1 PF. BROT=700 MK, 
	1 GL. BIER=600 MK 	SACHSEN DENKMAL, Obelisk mit sächsischem Wappen, signiert: FH












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