Textfeld: „Münzprägungen in Burg Stargard und Neustrelitz - Wie konnten wir 1984 behaupten, dass auf der Burg Stargard von 1745 – 1749 Münzen geprägt wurden, dazu noch eine Gedenktafel anbringen ließen?“


Seit 1994, mit der Herausgabe des Buches von Michael Kunzel „Das Münzwesen Mecklenburgs von 
1492 – 1872“ wird bewiesen, dass Münzen in Burg Stargard nur von 1745  bis 13.07.1748 geprägt 
wurden. Wir konnten es damals nicht besser wissen, wurden die alten Münzakten aus Mecklenburg 
Strelitz doch seit Jahrhunderten vermisst. Michael Kunzel fand sie nach 1990 nicht unter dem 
Stichwort „Münzen“ sondern unter den Akten des „Kammer- und Forstkollegiums“ im Mecklen-
burger Landeshauptarchiv in Schwerin.

Der Beginn  der Münzprägung im Jahre 1745 war unstrittig. Münzen mit dem Münzmeisterzeichen 
„CHJ“ des in Burg Stargard tätigen Münzmeisters Christoph Henning Jaster liegen von 1745 bis 
1749 vor. Es war aber nicht genau klar wann die Münze von Burg Stargard nach Neustrelitz verlegt 
wurde. Michael Kunzel hat nun einen lückenlosen Nachweis nach Auswertung der Archivunterlagen 
erbracht.

1743 wird von Behmen Amtshauptmann in Burg Stargard. Am 13.02.1745 macht er an den Herzog 
Adolph Friedrich III. den Vorschlag zum Bau einer „Münze“ auf der Burg Stargard. Der Herzog willigt
ein. Ein Münzmeister wurde gefunden. Christoph Henning Jaster wird am 26.07.1745 vereidigt und 
reist im August 1745 in Stargard an. Am 01.10.1745 erhält von Behmen die Bestallungsurkunde als 
Direktor der Mecklenburg Strelitzer Münze.

Ob wirklich 1745 noch Münzen geprägt wurden, ist ungewiss. Es gibt aber die Schillinge mit der 
Jahreszahl 1745 und dem Münzmeisterzeichen „CHJ“. 1746 werden mehrere Münzarbeiter einge-
stellt, Schillinge, 1/12 Thaler-, 1 und 2 Thalerstücke geprägt.

Am 17.09.1747 verstirbt von Behmen 47 jährig. Bis zu diesem Zeitraum wurden 676.394 Münzen 
geprägt. Am 01.11.1747 erfolgt die Liquidation der Münze mit einem notariellen Protokoll zwischen 
der Witwe von Behmen und dem Münzmeister Jaster. 
Jaster konnte die Münze aus finanziellen Gründen nicht übernehmen. Neuer Interessent für die 
Münze ist Hartmut Heinrich Brunsich, Geheimer Rat und Kammersekretär in Neustrelitz. Er über-
nahm auch Jasters Schulden und sicherte sich damit weiter Jasters Dienste als Münzmeister.

Im November 1747 bekommt Brunsich den Münzbetrieb übertragen. Es wird im Einvernehmen mit 
Jaster festgelegt, die Münze von Burg Stargard nach Neustrelitz zu verlegen. Die Verlegung der 
Münze war aber mit Problemen verbunden und brauchte einige Zeit. Brunsich fand vor allem kein 
geeignetes Gebäude in Neustrelitz, so dass er schließlich ein Hintergebäude auf seinem dort 
gelegenen Grundstück für den Ausbau zur Münzstätte, der im April 1748 begann, nutzte. 

1748 erfolgte—noch in Burg Stargard— in der Zeit vom 21.03. – 09.04.1748 als Besonderheit eine 
Medaillenprägung zur Erinnerung an den Amtshauptmann von Behmen. Es gelangen hierbei 32  
Silber- und 1 Goldmedaille.

Am 13.07.1748 endete die Münztätigkeit in Burg Stargard. Von 1747 bis zu diesem Zeitraum wurden 
nochmals 625.728 Münzen geprägt. Danach wurde alles demontiert und nach Neustrelitz gebracht. 
Das Walzwerk wurde zerlegt, wobei allein 11 Männer benötigt wurden, um das Spindelwerk 
aufzuladen. Letztlich wurde der Transport dann mit 6 Bauernwagen vollzogen. Am 02.08.1748 war 
die Münze ausgeräumt. 

Am 08.08.1748 war in Neustrelitz alles soweit hergerichtet, dass die erste Schmelze erfolgen 
konnte. Geprägt wurde weiter mit dem Münzmeisterzeichen „CHJ“. 

Damit hat Michael Kunzel nachgewiesen, dass in Burg Stargard bis zum 13.07.1748 und nach dem 
08.08.1748 in Neustrelitz Münzen geprägt wurden. 

Kontinuität bestimmte den Neustrelitzer Münzbetrieb. Für den Zeitraum von August 1748 – Juli 
1749 wurden in Neustrelitz unter der Leitung von Jaster 1.392.398 Silbermünzen mit seinem
Münzmeisterzeichen „CHJ“ geprägt.

Im Juli 1749 kündigte Münzmeister Jaster dem Herzog seinen Dienst. Ihn lockte ein lukratives 
Angebot aus Berlin, dort konnte er königlich-preußischer Münzmeister werden. 

Am 28. Juli 1749 erhielt Jaster seinen Abschied von Adolph Friedrich III. und ging nach Berlin, dort 
wurde er bald aktiv. Auch mit der Jahreszahl 1749 gibt es preußische Schillinge mit seinem Münz-
meisterzeichen „CHJ“.

Als Nachfolger von Jaster wurde ab August 1749 Heinrich Christoph Baumgart Münzmeister in 
Neustrelitz. Dazu waren viele neue Münzstempel erforderlich, die nun die Initialen „HCB“ trugen 
und mit der Jahreszahl 1749 beginnen. 1749 bleibt ein ereignisreiches Jahr.

In Burg Stargard wurden von 1745 bis Juli 1748 insgesamt 1.302.122 Münzen geprägt – eine 
beachtliche Anzahl.

Soll nun die Gedenktafel geändert werden?


Henning Ihlenfeldt

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