Textfeld: „Eine schöne, seltene Mecklenburg-Strelitzer Silbermedaille wurde im Dezember 2010 versteigert“
Die Silbermedaille Adolf Friedrich IV. (1752-1794) aus dem Jahr 1753 


Bei der 52. Teutoburger Münzauktion am 10. und 11. Dezember 2010 wurde eine schöne und
seltene Mecklenburg-Strelitzer Silbermedaille versteigert. Bei Evers beschrieben unter Nr. 323.
Sie wurde 1753 anlässlich des Regierungsantritts von Adolph Friedrich IV (1752 – 1794) in
Neustrelitz geprägt. Sie zeigt auf der Vorderseite die stehende Mecklenburgika mit Schild in einer
Landschaft mit aufgehender Sonne. Die Rückseite zeigt 10 Textzeilen. Sie hat einen Durchmesser
von 41 mm und wiegt 25,28 g. Als Erhaltungsgrad wurde vorzüglich/ Stempelglanz mit Schröt-
lingsrissen am Rand angegeben. Als Taxe wurden 400,- € angesetzt, erzielt wurde ein Zuschlag
von 825,-€.

Im Lagerkatalog Nr. 69 aus dem Jahr 1939 von der Münzhandlung Ludwig Grabow in Rostock wird
unter Nr. 835 die gleiche Medaille für 10,- Reichsmark angeboten. Welch ein Preissprung!
Die Herausgabe und Prägung der Medaille war mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Michael
Kunzel informiert dazu und über die Prägezahlen in seinem Buch „Das Münzwesen von Mecklenburg
von 1492 – 1872“, Gebrüder Mann Verlag, Berlin 1994 auf Seite 241.
Nach der Verlegung der Mecklenburg-Strelitzer Münze im Jahr 1748 von Burg Stargard nach 
Neustrelitz florierte der Münzbetrieb im Jahr 1753 bereits. Im Jahr 1753 erhielt der Neustrelitzer
Münzmeister Heinrich Christoph Baumgart den Auftrag, alles Notwendige für die Herausgabe einer
„Sukzessionsmedaille“ zu arrangieren, da der Regierungsantritt von Adolph Friedrich IV am
17.01.1753 erfolgte.

Eine Bedingung war, dass die Stempel in Hamburg geschnitten würden, da sich Hamburgs Münze
einen eigenen Medailleur leistete. Mit der Bitte, ein paar Medaillenstempel anfertigen zu lassen,
wandte sich Baumgart an den Hamburger Münzmeister Johann Heinrich Löwe. Löwe vermittelte
den Neustrelitzer Auftrag an den Medailleur Johann Heinrich Wahl. 

Der Hamburger Münzmeister ließ die Stempel schneiden, drehen und härten, Stahlring, Feder, einen
Ausschlagstempel und den Aufbewahrungskasten anfertigen. Wahl führte lediglich die Gravur aus.
Die fertigen Stempel kamen am 22. Juni nach Neustrelitz, doch hielten sie nicht und sprangen bei den ersten Prägeversuchen.

Weil nun Adolph Friedrich auf seiner Sukzessionsmedaille bestand, musste Baumgart neue Stempel
anfertigen lassen. Sie waren am 8. September 1753 fertig. Hamburgs Münzmeister Löwe sandte die
Stempel mit der Bemerkung: „…Es ist ein Glück, wenn man es mit den Stempeln trifft…“. Unter 
Einschluss eines üblichen Aufgeldes zahlte Baumgart für alle Medaillenstempel 125 Reichstaler in
leichtem Kleingeld. Baumgart ließ im Oktober 1753 goldene und silberne Sukzessionsmedaillen 
prägen. Sie waren schnell vergriffen, und so erfolgte im April 1754 ein Nachschlag. 

Von dieser Medaillenprägung wurden 1753/1754 insgesamt 10 Stück in Gold und 195 Stück in
Silber geprägt.

Für diese Silbermedaille für die damalige Zeit und das kleine Land Mecklenburg-Strelitz eine gewiss
große Prägezahl. Die meisten Medaillen wurden zu Präsentationszwecken verschenkt und sind 
heute kaum noch auffindbar. Deswegen war das Versteigerungsangebot der Teutoburger 
Münzaktion eine Besonderheit.


Henning Ihlenfeldt
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